Lanzarote: Der grüne See bei El Golfo

Hier sind wir: Im Westen der Kanareninsel Lanzarote, beim Fischerdorf El Golfo. Zu erreichen von Yaiza aus über eine Straße durch den Nationalpark Timanfaya.
Spanien, Kanarische Inseln.

Das gibt es zu sehen: Einen teilweise ins Meer gestürzten Vulkankrater in dem sich eine Lagune mit grün gefärbtem Wasser gebildet hat. Der Kratersee ist durch einen Damm aus schwarzem Lavasand vom Meer getrennt. Im Zusammenspiel mit den Rostfarben der Schlacke an den Hängen bietet sich ein eindrucksvolles Farbpanorama.

Zeitstempel: Juni 2018

Wir wollen zum Lago Verde und fahren von Yaiza aus Richtung Westen auf die Vulkankegel zu. Abrupt endet die Vegetation. Palmen, Büsche und Felder sind verschwunden, erstarrte Lava bestimmt die Landschaft. Bei den letzten großen Eruptionen im 18. Jahrhundert hat sich die graue Masse bis nah an des Städtchen Yaiza gewälzt und den fruchtbaren Boden unter sich begraben. Eine bizarre Szenerie zerklüfteter Schwärze bis zum Horizont – und mitten hineingewuchtet die Asphaltpiste, auf der wir El Golfo entgegensteuern.

Wir können uns an unseren ersten Besuch am Lago Verde (deutsch: Grüner See) gut erinnern. Ein zerborstener Krater, halb im Meer versunken, mit einer grün schimmernden Lagune und vielfarbig aufgeschichtetes Gestein aus dem Bauch der Erde. Doch seither hat sich einiges geändert. Wir sind damals noch auf der Landbrücke zwischen Meer und Kratersee herumspaziert. Das ist heute nicht mehr erwünscht. Zudem scheint mir der Wall aus Lavasand schmaler und die Lagune kleiner geworden.

Der Zugang für Besucher wurde auf die andere Seite des Kraters verlegt und man kann heute nur noch von einem oberhalb gelegenen Aussichtpunkt auf die Lagune herabblicken. Natürlich würde jeder gern näher heran, doch Touristen zählen bestimmt zur größten Bedrohung für dieses Naturwunder.

Auch der jetzige Aussichtpunkt präsentiert das Panorama der grünen Lagune in ganzer Pracht. Ein rostfarbener Vulkankegel, durchzogen von Schichten in Brauntönen aller Nuancen, rötliche Felsen, ein Wall aus schwarzen Lavakörnchen, das weiß schäumende blaue Meer – und in der Mitte ein olivingrüner See. Alle Farben der Insel scheinen hier an einem Ort versammelt.

Zwischen den Basaltkrümeln aus dem Krater kann man Olivine finden, doch mit der grünen Farbe des Wassers hat das nichts zu tun. Für diese Färbung sorgen Meeresalgen, die hier, des hohen Salzgehalts in der Lagune wegen, beste Wachstumsbedingungen finden. Olivin ist ein grüner Halbedelstein, ein leicht transparentes Mineral, das durch Vulkanismus aus dem Erdmantel an die Oberfläche geschleudert wird. Es kann keinen See grün färben, doch die Vorstellung ist schön, dass eine dicke Schicht aus Olivinen auf dem Grund das ganze Gewässer grün erstrahlen lässt. Die Chancen für einen Olivin-Fund stehen also schlecht und Absperrseile halten die Abenteuerlust der Besucher im Zaum. Wer einen der Halbedelsteine mit nach Hause nehmen möchte, kann ihn an einem der vielen Stände am Parkplatz erwerben. Wir haben jetzt auch einen Stein, den wir an der olivingrünen Lagune von El Golfe auf einem Verkaufstisch gefunden haben. Wir haben kurz gesucht und bar bezahlt.

Zeitstempel: August 1995

Drei Bilder aus der analogen Zeit der Urlaubsfotos möchte ich noch ergänzen. Sie zeigen, wie vor einem viertel Jahrhundert der Lago Verde ausgesehen hat. Der See war tatsächlich größer und der Zugang von der gegenüberliegenden Seite des Kraters brachte eine andere Perspektive mit. Damals war mehr Nähe möglich, und die Wirkung der Felsformationen auf die Besucher vielleicht etwas intensiver. Der Gesamteindruck jedoch, hat sich über die Zeit nicht wesentlich geändert.

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