Wurmlingen: Kapellenberg am Neckartal

Hier sind wir: Auf etwa halbem Weg zwischen Tübingen und Rottenburg am Neckar, von Wurmlingen und Hirschau aus (von der B28 auf die L371) führen Wanderwege zur Wurmlinger Kapelle hinauf.
Land Baden-Württemberg.

Das gibt es zu sehen: Die Wurmlinger Kapelle ist ein beliebtes Ausflugsziel. Vom Kapellenberg (475 m) reicht der Blick über das Neckartal bis zur Schwäbischen Alb und in das Ammertal. Von der Ortschaft Wurmlingen führt ein Kreuzweg zum Gipfel.

Zeitstempel: Mai 2021

Die Wurmlinger Kapelle ist über die Jahre eine alte Bekannte geworden. Wir begegnen ihr immer wieder, bei jedem unserer Besuche in Tübingen grüßen wir sie zumindest aus der Ferne. Das Kirchlein auf dem Berg ist weithin sichtbar, fast von überall in der Umgebung aus. Bei schönem Wetter ziehen das weiße Türmchen und das rote Dach alle Blicke magisch an – und machen Lust auf einen Spaziergang an den Hängen des Kapellenberges. Höchste Zeit, die Einladung wieder einmal anzunehmen.

Wir machen uns von Hirschau aus auf den Weg. Der Himmel ist frühlingsblau und die Wolken lassen ihre Schattenkleckse über die Felder wandern. Ein Wetter zum Durchatmen und dem jungen Grün beim Sprießen zuzuschauen.

Ein Netz von Spazierwegen führt den Berg entlang und hinauf. Es geht an Streuobstwiesen vorbei, zu Schafweiden und Weinbergen, und Blüten schmücken das Gras. Das Spiel von Licht und Schatten zaubert immer neue Farbspiele auf die Hänge und bringt Bewegung in das Landschaftspanorama. Rottenburg rückt heran, hinter den Baumkronen blinken die Dächer von Hirschau, die Reihen der Weinstöcke weisen die Richtung zum Neckar hinunter, auf den Gipfeln der Schwäbischen Alb wird das Licht gedimmt.

Während unseres Spaziergangs sind viele schöne Fotos entstanden. Die Wurmlinger Kapelle und ihr Setting drum herum sind wirklich dankbare Motive. Wer bei seiner Runde am Berg dazu noch etwas über die Tradition des Weinbaus oder des Obstbaus in der Region erfahren möchte, sollte auf die Schautafeln des Lehrpfades achten. Wir waren an diesem Frühlingstag zu abgelenkt von den Reizen der Landschaft und haben die Informationen über Weinsorten und Bewirtschaftungsformen nur am Rande zur Kenntnis genommen. Es gibt also Gründe zum Wiederkommen.

Zeitstempel: November 2009

Wer aus Richtung Westen nach Tübingen unterwegs ist, kann sie nicht übersehen: Die kleine Kapelle, mit strahlend weißen Mauern und rotem Ziegeldach, wird aus der Landschaft dem Himmel entgegen gehoben. Der Berg reckt seine Flanken empor und prägt die Landschaft, als wollten er sagen: Schaut her, was für ein schmuckes Kirchlein ich trage.

Wer wollte nicht gern von dort in die Ferne schauen – und schon wird sich die Schönheit des Anblicks zur Anziehungskraft. Am Fuß des Kapellenberges liegen die Orte Hirschau und Wurmlingen. Wir versuchen zu erkunden, welcher Weg hinauf wohl der am wenigsten Beschwerliche wäre. Schließlich machen wir uns von Wurmlingen aus auf den Weg. Schnell zerstreuen sich alle Bedenken, denn der Spaziergang ist viel kürzer, angenehmer und leichter als zunächst vermutet. Auf der nördlichen Seite führte der Pfad an Feldern, Weiden und Obstgärten vorbei, der Südhang ist mit Wein bebaut, dessen Herbstlaub den Boden bedeckt.

Ein letzter Anstieg und wir sind an der Wurmlinger Sankt-Remigius-Kapelle. Seit dem Jahr 1050 steht sie hier, in luftigen 475 Metern Höhe, in der heutigen Form seit dem 17. Jahrhundert. Das alles verrät uns eine Inschrift. Durch ein Tor betritt man den kleinen Friedhof, gesäumt von dicken Mauern und Plattform für einen grandiosen Rundumblick: Weit über das Neckartal zur Schwäbischen Alb hinüber sind am Horizont sogar die Türme der Burg Hohenzollern zu erkennen. Rottenburg liegt ausgebreitet vor uns, Tübingen verbirgt seine Altstadt hinter dem nahen Spitzberg, auf der anderen Seite das Ammertal – Schloss Roseck glänzt in der Sonne.

Ludwig Uhland hat 1805 nach einem Spaziergang zur Wurmlinger Kapelle ein Gedicht geschrieben, das die besondere Aura dieses Ortes einfängt:

Es entstehen ambivalente Gefühle, wenn man hier die imposante Landschaft genießt. Die Weite der Welt vor Augen, will man den Vögeln gleich die Flügel ausbreiten und sich frei in die Lüfte schwingen, während die Gräber hinter dem Rücken davon künden, wie klein und vergänglich so ein Leben ist.

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