Saarschleife: Aussichtspunkt Cloef

Hier sind wir: Die Saarschleife liegt bei Mettlach, im Norden des Saarlandes. Der Aussichtspunkt Cloef ist von der Bundestraße 51 aus über Orscholz zu erreichen.
Saarland

Das gibt es zu sehen: Panoramablick vom Scheitelpunkt der Saarschleife oberhalb des Tales.

Zeitstempel: März 2013

Im Norden des Saarlandes, nicht weit von Mettlach, hat sich die Saar eine imposante Schleife für ihren Flusslauf gegönnt. Oder widerspenstige Felsen haben sie ihr aufgezwungen. Welche Kräfte auch immer am Werk waren, das Wasser suchte und fand seinen Weg. Mit unvorstellbarer Ausdauer spülte es sich ein Tal, ließ es zwischen Steilhängen versinken, formte einen Bergrücken zur Halbinsel um und fertig war das eindrucksvolle Naturpanorama.

Der beliebte Aussichtspunkt Cloef liegt hoch oben am Rand der Klippe und fast genau im Scheitelpunkt der Saarschleife. Er wirkt wie eine Tribüne: Beim Betreten geht der Blick unvermittelt in die Weite, prescht davon in einen grenzenlosen Himmel, gleitet über die ausgebreitete Landschaft, springt hinunter zum gewundenen Flussbett, zu den bewaldeten Hängen, zu den Mauern der Burgruine in der Ferne. Ein Moment, in dem sich die Welt grenzenlos und das eigene Menschsein belanglos anfühlt.

Ich war schon einmal hier, vor gut einem Vierteljahrhundert. Da war es Oktober und ein regnerischer Morgen. Ich erinnere mich an den matschigen Boden beim Aussteigen aus dem Bus, das Herbstlaub auf den Wegen. Schwere Wolke trieben über das Land und Dunstschleier hingen im Tal. Da kommt man einmal im Leben hierher, so dachte ich mir damals, und genau da zieht Petrus den Vorhang zu. Trotz Nässe und Kälte habe ich den Besuch an der Saarschleife in guter Erinnerung behalten – und als lohnendes Ausflugsziel, sobald sich noch einmal die Gelegenheit dazu böte.

Diesmal war es März und später Nachmittag. Doch von Frühlingstemperaturen konnte keine Rede sein. Aus der Nacht zuvor lag immer noch Schnee herum, knirschte erstarrter Waldboden unter den Sohlen und kroch eisiger Wind unter die Jacken. Es war ein schöner Besuch, also will ich positiv formulieren: Die Sonne schien, die Luft war klar und die Fernsicht fantastisch.

Vom Besucherzentrum führte ein befestigter Spazierweg zum Aussichtspunkt. Der Waldsaum diente dabei bis zum letzten Moment als Sichtbarriere zum Tal. Grün getünchte Bretter formierten sich zur Ermunterung: „Locker bleiben“. Wir waren locker – und außerdem erwartungsvoll. Endlich schlängelte sich der Weg zwischen die Bäume und wir traten hinaus vor die imposante Szenerie. Und wieder funktionierte der Effekt, war ich einen Moment beeindruckt, sauste der Blick in die Ferne. Die Stufen auf dem Weg zum Rand der Aussichtsplattform entgingen mir, der Stolperer war unvermeidlich.

Wir genossen den Logenplatz, freuten uns über die Fernsicht und das Licht des späten Nachmittags. Mit der sinkenden Sonne schlichen Schatten über das Flusstal. Hier lässt es sich verweilen, hier kann man durchatmen. Die Welt umarmen, die Natur bewundern, tiefgründigen Gedanken nachhängen. Jeder wie er mag. Die Schutzhütte am Aussichtspunkt gab dafür passende Inspirationen: Auf dem Dach stellte eine schmiedeeiserne Katze einem arglosen Vögelchen nach, das auf der Spitze des Wetterhahns zwitscherte. Auf einer großen Plakette an der Innenwand die passenden Verse von Wilhelm Busch, die aus dem Galgenhumor eines armen Vogels in auswegloser Lage eine Lebensweisheit zusammenreimten. Eine schöne Anregung zum Weiterdenken. Und Quinquilieren ist doch wirklich ein Wort zum Mitnehmen.

Erwähnt sei noch, dass sich die Saarschleife nicht nur aus der Höhe, sondern auch von den Ufern im tiefen Tal aus erkunden lässt. Es gibt einen Wanderpfad vom Aussichtspunkt hinunter und auch von Merzig führt ein Weg, am linken Saarufer entlang, bis zu einem Fähranleger. Hier kann, wer mag, übersetzen und zur Burgruine Montclair wandern. Wir waren waren an der Fähre und haben gelernt: Im März ist die Saison noch nicht eröffnet.

Wer das Saarland besucht, sollte sich einen Abstecher zur Saarschleife nicht entgehen lassen. Der Ausblick ist grandios und hat gute Chancen in die Riege der unvergesslichen Eindrücke aufzusteigen. Ich habe gelesen, inzwischen soll es dort auch einen Baumwipfelpfad geben, der den Panoramablick noch einmal auf eine ganz neue Stufe hebt. Das schaue ich mir an, beim nächsten Mal – hoffentlich nicht in 25 Jahren.

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